Druckerhöhungsanlage: Mehr Wasserdruck im ganzen Haus
Zu wenig Wasserdruck im Gebäude? Ursachen eingrenzen, Druckerhöhungsanlage passend auslegen und Betrieb planen. Mit Checkliste für Beratung und Service.
Wenn in oberen Etagen wenig Wasser ankommt oder der Durchfluss bei gleichzeitiger Nutzung mehrerer Entnahmestellen einbricht, kann eine Druckerhöhungsanlage helfen. Zuerst sollte jedoch geklärt werden, wo die Ursache liegt. Eine zusätzliche Pumpe ist erst dann sinnvoll, wenn die vorhandene Wasserversorgung und das Rohrnetz geprüft wurden.
Wenig Wasser am Hahn: Ursache eingrenzen
Tritt das Problem nur an einer Armatur auf, liegt eine andere Ausgangslage vor als bei Beschwerden im gesamten Gebäude. Ablagerungen an Armaturen oder in Leitungen, teilweise geschlossene Absperrungen und Leckagen können ebenfalls den nutzbaren Durchfluss beeinträchtigen. Ein plötzlicher Abfall sollte deshalb zunächst untersucht werden. Grundfos beschreibt mögliche Ursachen für geringen Wasserdruck.
Notieren Sie, welche Entnahmestellen betroffen sind, ob Warm- und Kaltwasser gleichermaßen auffallen und zu welchen Zeiten das Problem auftritt. Lassen Sie anschließend Druck und Durchfluss unter passenden Betriebsbedingungen messen. Der angezeigte Druck bei geschlossenen Wasserhähnen allein beschreibt die Versorgung während der Nutzung nicht ausreichend.
Welche Angaben die Auslegung bestimmen
Für eine passende Druckerhöhungsanlage muss bekannt sein, welcher Zulaufdruck zur Verfügung steht. Hinzu kommen der Höhenunterschied zur maßgeblichen Entnahmestelle, die Druckverluste auf dem Leitungsweg und der dort benötigte Fließdruck. Aus diesen Größen ergibt sich, welchen zusätzlichen Druck die Pumpe bereitstellen muss. Grundfos erläutert die Rolle des Zulaufdrucks bei der Berechnung.
Ebenso wichtig ist die gleichzeitig benötigte Wassermenge. Die Anzahl der Wohnungen allein genügt dafür nicht: Nutzungsart, Entnahmestellen und Verbrauchsspitzen gehören in die Planung. Ein Wohnhaus, eine Sportstätte und ein Hotel können trotz ähnlicher Größe unterschiedliche Anforderungen haben.
Pumpenkonzept und Trinkwasserinstallation abstimmen
Je nach Bedarf kommen einzelne oder mehrere Pumpen sowie eine geregelte Anpassung der Leistung infrage. Bei mehreren Nutzern ist außerdem zu klären, welche Versorgung während Wartung oder bei Ausfall einer Pumpe erhalten bleiben soll. Die Anlage muss sowohl zum üblichen Betrieb als auch zu den erwarteten Spitzen passen.
Zum Konzept gehören die Anschlussart, der Schutz bei Wassermangel und die Trinkwassereignung der Bauteile. Ein gegebenenfalls erforderlicher Vorbehälter bringt zusätzliche Anforderungen an Aufstellung und Hygiene mit sich. Die Wilo-Planungsunterlage zu Druckerhöhungsanlagen behandelt diese Zusammenhänge. Lassen Sie den Anschluss durch den Fachbetrieb mit dem örtlichen Wasserversorger abstimmen.
Betrieb und Wartung von Anfang an mitplanen
Für Eigentümer und Hausverwaltungen sollte feststehen, wer Meldungen erhält, wer Zugang zum Technikraum hat und wo die Unterlagen liegen. Herstellerbezogene Inspektions- und Wartungsmaßnahmen sowie die Anforderungen der Trinkwasserinstallation gehören in den Betriebsplan. Auch selten genutzte Gebäudeteile müssen beim bestimmungsgemäßen Betrieb berücksichtigt werden.
Werden später Flächen anders genutzt oder zusätzliche Entnahmestellen angeschlossen, sollte die Auslegung erneut geprüft werden. Veränderte Pumpengeräusche, häufige Störmeldungen oder schwankende Versorgung sind Gründe für eine fachliche Kontrolle. Eigenständiges Verändern von Drucksollwerten ersetzt die Ursachenprüfung nicht.
So bereiten Sie Beratung oder Service vor
- Gebäudeart, Zahl der versorgten Geschosse und Nutzung der Räume.
- Bekannte Druckmesswerte mit Zeitpunkt und zugehöriger Betriebssituation.
- Betroffene Entnahmestellen sowie Beschreibung der Verbrauchsspitzen.
- Pläne der Wasserversorgung und vorhandene Angaben des Versorgers.
- Bei Bestandsanlagen: Hersteller, Typ, Meldetext und letztes Wartungsprotokoll.
- Anforderungen an Versorgungssicherheit, Zugänglichkeit und geplante Umbauten.
LEGER unterstützt bei Druckerhöhungsanlagen für Gebäude sowie mit Wartung, Reparatur und Störungsanalyse im Raum Nürnberg und Mittelfranken. Mit den vorhandenen Objekt- und Anlagendaten können Sie eine individuelle Prüfung anfragen.
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