Wärmepumpe im Altbau: Was Sie wissen müssen
Wärmepumpe im Altbau planen: Heizlast, vorhandene Heizkörper, Vorlauftemperatur und Aufstellort prüfen. Mit Checkliste für die Beratung.
Eine Wärmepumpe kann auch ein älteres Haus mit vorhandenen Heizkörpern versorgen. Entscheidend ist, wie viel Wärme das Gebäude benötigt und bei welchen Heizwassertemperaturen die Räume warm werden. Das Baujahr allein beantwortet diese Frage nicht. Ein Forschungsprojekt des Fraunhofer ISE mit 77 Anlagen in Bestandsgebäuden fand keinen Zusammenhang zwischen Gebäudealter und gemessener Effizienz. Die Ergebnisse sind ein Beleg für die grundsätzliche Eignung, keine Verbrauchsprognose für Ihr Haus. Zur Untersuchung des Fraunhofer ISE.
Können die vorhandenen Heizkörper bleiben?
Häufig ja. Dafür muss ihre Leistung zur Heizlast des jeweiligen Raums passen. Große Heizflächen können dieselbe Raumwärme bei niedrigeren Vorlauftemperaturen abgeben. Manchmal bestimmen wenige kleine Heizkörper die Temperatur des ganzen Systems; ihr gezielter Austausch kann deshalb sinnvoller sein als ein vollständiger Umbau. Eine Fußbodenheizung ist keine pauschale Voraussetzung.
Der Gebäudecheck Wärmepumpe des Umweltbundesamtes hilft, Räume und Heizkörper für eine erste Einschätzung zu erfassen. Er zeigt auch, wo Anpassungen besonders viel bewirken könnten. Seine vereinfachten Ergebnisse ersetzen die fachliche Auslegung nicht.
Heizlast und Vorlauftemperatur gemeinsam prüfen
Die Heizlast beschreibt die benötigte Heizleistung unter den angesetzten Auslegungsbedingungen. Für die Geräteauswahl sollte sie fachlich berechnet werden. Die Nennleistung des alten Kessels einfach zu übernehmen, kann eine unnötig große Anlage ergeben. Frühere Öl- oder Gasverbräuche helfen bei der Plausibilitätsprüfung; Nutzungsverhalten und bereits erfolgte Sanierungen müssen dabei berücksichtigt werden.
Auch eine Wärmepumpe, die hohe Temperaturen bereitstellen kann, profitiert von einem möglichst niedrigen erforderlichen Temperaturniveau. Lassen Sie im Angebot benennen, welche Heizflächen bleiben können, welche angepasst werden und welche Vorlauftemperatur der Auslegung zugrunde liegt.
Was neben dem Heizgerät geplant werden muss
Wärmequelle, Aufstellort und Warmwasserbereitung gehören in dasselbe Konzept. Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ist früh zu prüfen, wie sich das Betriebsgeräusch am eigenen und am benachbarten Gebäude auswirkt. Für Erdreich oder Grundwasser sind die standortbezogenen Möglichkeiten gesondert zu klären. Hydraulischer Abgleich, passende Regelung und dokumentierte Inbetriebnahme gehören ebenfalls zur Planung. Das Umweltbundesamt erläutert diese Auswahl- und Planungspunkte.
Mit diesen Unterlagen wird die Beratung konkreter
- Grundrisse, beheizte Fläche und Angaben zu Fenstern, Dach und Dämmung.
- Verbrauchsabrechnungen mehrerer Jahre sowie Informationen zu späteren Umbauten.
- Fotos und Maße der Heizkörper, besonders in bislang schwer beheizbaren Räumen.
- Personenzahl, bisherige Warmwasserbereitung und besondere Komfortwünsche.
- Fotos möglicher Aufstellflächen und des Technikraums; Unterlagen zur bestehenden Heizung.
- Geplante Sanierungen und gewünschter Zeitpunkt für den Heizungswechsel.
Beschreiben Sie außerdem, ob heute Räume zu kalt bleiben oder auffällige Geräusche auftreten. Dafür müssen Sie keine Gehäuse öffnen oder Einstellungen an der Anlage verändern. Fehlende Unterlagen können bei einer Bestandsaufnahme ergänzt werden.
Ein Angebot am tatsächlichen Umfang vergleichen
Fragen Sie nach den enthaltenen Arbeiten an Heizflächen, Elektrik, Leitungen, Aufstellfläche und Warmwasserbereitung. Lassen Sie Annahmen zur späteren Nutzung und zum Energiebedarf erklären. Eine Einsparung lässt sich erst mit Ihrem Gebäude, dem geplanten System und den angesetzten Energiepreisen einschätzen.
LEGER berät zur Wärmepumpe in Nürnberg und Mittelfranken. Über den Wärmepumpen-Konfigurator können Sie die ersten Gebäudedaten übermitteln und eine individuelle Prüfung anfragen.
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